ARBEITSGEMEINSCHAFT DER GERMANISTEN NÖ.
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AG-TAGUNG DEUTSCH

LITERATURKRITIK UND LITERATURBETRIEB

am Donnerstag, 15. März 2001,
im Hippolythaus St. Pölten


Folgender Text ist das Referat, das Klaus Nüchtern, Stellvertretender Chefredakteur, Ressortleiter, Literaturredakteur der Wiener Stadtzeitung FALTER, bei der AG-Tagung der Germanisten NÖ. "Literaturkritik und Literaturbetrieb" in St. Pölten, Hippolythaus, gehalten hat.
Die AG-Leitung dankt für das Entgegenkommen von Klaus Nüchtern, das Referat zur Verfügung zu stellen!


Klaus Nüchtern

Der Praktiker der Literaturkritik und der Literaturbetrieb


Sehr geehrte Damen und Herren!

In den letzten Jahren habe ich an der ein oder anderen Podiumsdiskussion teilgenommen, die sich mit Belangen wie "Die Zukunft der Literaturkritik" auseinander setzt. Wenn der Veranstalter ein ganz besonders verfluchter Kerl ist, kann es auch schon passieren, dass die Zukunft der Literaturkritik in Frage gestellt wird und die Debatte unter dem ketzerischen Titel läuft: "Hat die Literaturkritik eine Zukunft?"

Wir Literaturkritiker beantworten diese Frage dann mit einem skeptischen, aber zugleich auch trotzig-heroischen "Ja" oder "Naaja" - nachdem wir nachdenklich die Köpfe gewiegt, nachdenkliche und nachdenklich stimmende Worte über die rapide ansteigende Konzentration auf dem Buchmarkt gesprochen, den Niedergang des Feuilletons im Besonderen und der Schriftkultur im Allgemeinen gegeißelt und den Mangel an Witz und Esprit der meisten Rezensenten bedauert haben. Anschließend gehen wir auseinander, machen weiter wie bisher und treffen uns ein paar Monate später auf dem nächsten Podium.

Aber natürlich ist Selbstverspottung kein wesentlich würdigeres Geschäft als Selbstmitleid, allenfalls etwas unterhaltsamer. Womit wir schon beim Thema wären - nämlich der Unterhaltung. Es mag schon sein, dass Vertreter eines emphatischen Begriffs von Literatur oder auch Literaturkritik gerade mit Unterhaltung nichts zu tun haben wollen, ja sich in einem Abwehrkampf gegen eine allmächtige und omnipräsente Unterhaltungsindustrie wähnen. Tatsächlich aber ist die Spezies jener Leser, die auch lesen, wenn es sie nicht unterhält, zwar keineswegs vom Aussterben bedroht - , aber sie ist leicht zu überschauen. Wer ein Buch liest, obwohl es ihn langweilt, ist in der Regel Schüler, Student, Literaturkritiker, Literaturwissenschaftler oder in sonst einer Position, die ihn dazu zwingt, gegen die eigene Langeweile anzulesen.

"Ich lese nur Unterhaltungsliteratur", gesteht der Schriftsteller und Essayist Josef Haslinger in seinem Essay "Hausdurchsuchung im Elfenbeinturm" - wobei er zur Unterhaltungsliteratur so unterschiedliche Autoren wie Paul Auster, Franz Kafka, Flann O'Brien oder Immanuel Kant zählt.

Es kann also auch nicht Aufgabe des Literaturkritikers oder des Rezensenten sein, die gute Literatur von der bösen Unterhaltung zu scheiden, sondern darzulegen, ob, für wen und auf welche Weise ein Buch unterhaltsam ist.

Wobei ich große Zweifel daran habe, ob ich überhaupt Literaturkritiker bin bzw. Literaturkritik betreibe. In jedem Falle möchte ich Ihre geschätzte Aufmerksamkeit weniger aufs Allgemeine der Kritik als aufs Besondere der journalistischen Praxis lenken.

Ein bisschen Allgemeinheit muss freilich sein. Wenn wir vom deutschen Sprachraum ausgehen, dann besteht diese darin, dass dem Literaturkritiker oder Rezensenten oder eben dem Journalisten, der sich mit Literatur befasst, 1998 57.678 Erst- und 20.364 Neuauflagen gegenüberstehen. Davon beträgt der Anteil der Belletristik freilich lediglich 11,6 Prozent. Das wären in diesem Falle also 6.703 Erstauflagen. Im "Falter", für den ich als Ressortleiter und Literaturredakteur arbeite, erscheinen im Jahr sehr grob geschätzt pro Ausgabe drei Buchbesprechungen. Macht 150 im Jahr. Rechnen wir noch rund 150 Rezensionen aus den halbjährlich erscheinenden Buchbeilagen hinzu, ergibt das 300. Das ist im Vergleich zum Wochenendfeuilleton, das sich die eine oder andere heimische Tageszeitung noch leistet, nicht besonders viel; das ist natürlich im Vergleich mit dem großen deutschen Feuilleton von der Zeit bis zur FAZ lächerlich gering; das ist im Vergleich mit wöchentlich erscheinenden Magazinen ziemlich respektabel. Bezogen auf die Gesamtheit belletristischer Neuerscheinungen sind das also etwa rund 0,5 Prozent.

Die Bedingungen in einer Medien- und Informationsgesellschaft sind für alle gleich. Ein selbst durch aufputschende Drogen nur in sehr engen Grenzen erweiterbares Zeitbudget steht einer praktisch unendlichen Menge an potenziell verfügbaren Informationen und Unterhaltungsangeboten gegenüber. Wenn Sie sich nur das Wiener Programmangebot über ein, zwei Jahrzehnte ansehen, werden Sie feststellen, dass sich dieses vervielfacht hat. Wenn Sie den Programmteil eines "Falter" aus den späten 70er- und frühen 80er Jahren mit dem heutigen vergleichen, können Sie den Unterschied buchstäblich mit Händen greifen. Und jeder Stadtbewohner, der am Kulturleben einigermaßen interessiert ist und nicht unter Agoraphobie leidet, würde sich wohl täglich zwei, drei Veranstaltungen finden, deren Besuch ihm oder ihr als durchaus interessant, reizvoll, lohnenswert erschiene.

Was das für die Literaturkritik bedeutet? Mehr als ihr lieb ist. Wahrscheinlich ist es nachgerade notwendig, diese Rahmenbedingungen schnell wieder zu vergessen, will man sein Geschäft mit der gebührenden Ernsthaftigkeit und dem wünschenswerten Enthusiasmus betreiben, aber andererseits sind es ja gerade die ernüchternden und ent-täuschenden Momente, die uns Klarheit gewinnen lassen und den Kontakt mit der Realität herstellen - wenn auch mitunter auf eine etwas schmerzhafte oder kränkende Weise. Um es noch einmal mit den Worten Josef Haslingers zu sagen:

"Die Konsumenten nehmen die Empfehlungen der Kritiker als eine kleine Fußnote im persönlichen Entscheidungsraster zur Kenntnis. Denn in Wirklichkeit ist für den durchschnittlichen Kunstkonsumenten die Frage, wer höher einzuschätzen ist, Hans Werner Henze oder Friedrich Cerha, beziehungsweise ob der frühe Grass besser war als der späte, völlig belanglos. Er hat ganz andere Entscheidungen zu treffen. Soll er sich den neuen James Bond im Fernsehen ansehen, oder Cechows Kirschgarten im Theater. Soll er zum philharmonischen Mozart-Konzert gehen oder zu Sting in die Stadthalle. Soll er mit Freunden nach langer Zeit endlich wieder einmal tanzen gehen oder sich die Lesung von Richard Ford im Amerika-Haus anhören."

Es wäre ganz falsch, wollte man aus diesem wohl einigermaßen realistisch beschriebenen Szenario den Schluss ziehen, dass das mit der Literaturkritik eh nicht so wichtig sei. Professionelle Selbstverachtung ist mindestens so schlimm wie professionelle Selbstüberschätzung, und Wurschtigkeit ist ohnehin das Gegenteil von Professionalität - jedenfalls in jenem Sinne, in dem ich sie gerne verstanden wissen möchte. Es geht bloß darum, sich die grundlegende Struktur einer Mediengesellschaft zu vergegenwärtigen, in der Literatur eben ein Angebot von vielen ist; einerseits billig - denn wo sonst kann man sich für, sagen wir einmal 150 Schilling, die eine Taschenbuchausgabe eines Romans der Weltliteratur kostet, schon stundenlang unterhalten; andererseits auch zeit- und aufwandsintensiv. Lesen ist Arbeit - selbst wenn es sich um einen nicht besonders anspruchsvollen Unterhaltungsschmöker handelt.

Es ist also nicht besonders verwunderlich, dass die Medien, in denen Literatur, in welcher Form auch immer, vorkommt - und dass hier von Auseinandersetzung, geschweige denn von Literaturkritik sehr oft keine Rede sein kann, versteht sich von selbst -, dass diese Medien vor allem eines leisten müssen: Auswahl, Vereinfachung oder, um es mit einem Wort von Niklas Luhmann zu sagen: Komplexitätsreduktion. Auf die simpelste Weise leisten dies Bestseller-Listen, die bekanntlich auf sehr unterschiedliche und sehr unterschiedlich seriöse oder transparente Weise zustandekommen. In der Regel verachten Literaturkritiker Bestsellerlisten. Wo nur Werthierarchien nicht mehr argumentiert, sondern bloß mehr oder weniger plausibel behauptet werden, gibt es für Rezensenten nicht viel zu tun. Der Gedanke, dass Literaturkonsumenten sich einfach die Bestenliste aus der Zeitung ausschneiden und damit zum Buchhändler rennen, anstatt die brillanten Rezensionen des Literaturkritikers zu lesen und sich von dessen funkelnden Formulierungen verführen, von dessen stringent argumentiertem Verriss warnen zu lassen, ist einfach kränkend.

Es ist freilich eine unsinnige libidinöse Verausgabung, Menschen zu verachten, die sich nach Bestsellerlisten richten. Ich kenne einige, und es sind rechtschaffene, intelligente Leute, die vermutlich danach trachten, Kontakt mit der eigenen Gegenwart zu halten, indem sie sich an das halten, was gerade gekauft, gelesen, diskutiert wird oder angesagt ist. Dass sich dieser Kontakt ausgerechnet über Bestsellerlisten herstellen lässt, ist vielleicht eine Illusion, aber ganz so falsch auch wiederum nicht. Bestsellerlisten haben von sich aus die Tendenz zur self-fulfilling prophecy: Wenn behauptet wird, dass es viel verkauft und viel gelesen wird, verkauft es sich gleich nochmal besser.

Dass zwischen Kritiken und Verkaufszahlen einerseits, zwischen Verkaufszahlen und tatsächlich gelesenen Exemplaren andererseits ein erheblicher Unterschied liegt, ist eine Tatsache und schon wieder eine große Kränkung für die Kritiker. Dass sich ein Buch trotz hervorragender Kritiken in den führenden Feuilletons schlecht verkauft, ist ein Phänomen, das vielen ambitionierten Verlegern bestens bekannt ist. Denken Sie nur daran, dass sich Lyrik - und stamme sie auch von einem frischgekürten Nobelpreisträger - im deutschen Sprachraum kaum mehr als 1000 oder 1.500 Stück Auflage erleben. Ernst Jandl oder Hans Magnus Enzensberger mögen da Ausnahmen sein.

Wenn man sich die zum Teil wirklich beachtliche Menge an Kritiken vor Augen führen, die in den Feuilletons erscheinen - sowohl was die Menge, als auch, was den Umfang der Besprechungen betrifft -, dann wird klar, dass es im deutschen Sprachraum - Österreich würde ich da eher ausnehmen - nicht an anspruchvoller Literaturkritik, sondern schon eher an Medien und Formen mangelt, die Menschen ansprechen, die nicht schon von sich aus die Buchbeilagen von FAZ, Zeit und Süddeutscher durchackern und damit an einer Suböffentlichkeit teilnehmen, in der über Literatur diskutiert wird. Jedem Verleger ist ein Autorenporträt oder eine Empfehlung in "Brigitte" lieber als ein halbes Dutzend hymnischer Besprechungen in den führenden Intelligenzblättern. Und was das vielzitierte Literarische Quartett für ein Buch leisten kann, sieht man am Beispiel von Javier Mariás Bestseller-im-zweiten-Anlauf "Mein Herz so weiß". Ein Buch, das vor dem Auftritt im "Literarischen Quartett" bei der Kritik, wenn ich recht erinnere, mäßige Beachtung fand und nicht besonders gut verkauft wurde. Ein Buch aber vor allem, das bereits vor Jahren im Piper Verlag erschienen war, wo auch schon der Nachfolgeroman übersetzt vorlag, bis sich die neuen Eigentümer entschieden, die Rechte an diesem Autor und das bereits übersetzte Manuskript zu verkaufen.

Man sieht, wie sich Kritik und Marktmechanismen auf eine Weise verschränken, die schwer zu durchschauen und schwer zu kontrollieren ist. Das kulturkritische Lamento über den unaufhaltsamen Aufstieg einer immer gleichförmiger werdenden Einheitsliteratur, hat nicht ganz Unrecht, wenn man an die Fetischisierung angloamerikanischer Unterhaltungsliteratur auf dem deutschen Buchmarkt denkt. Sie geht dort fehl, wo sie suggeriert, Bestseller ließen sich bei entsprechendem Einsatz von Geld und Marketing-Know-how wie am Fließband produzieren.

Was zutrifft und eine Tendenz darstellt, die gerade von ambitionierten Belletristik-Verlegern mit großem Unwohlsein registriert wird, ist der Umstand, dass - wie es im Branchenjargon heißt - "die Mitte wegbricht". Das will besagen, dass auch im Verlagsgeschäft immer weniger Titel immer größere Umsätze machen müssen - generell spricht man von einem Verhältnis von 20 zu 80 oder noch darüber -, und die Breite des Spektrums sich solide verkaufender Titel immer schmäler wird.

Die Medien unterstützen diese Tendenz natürlich dort, wo sie sich - und das gilt vor allem im Bereich der Wochenmagazine - alle auf dieselben Titel stürzen, von denen im Vorhinein feststeht, dass sie wichtig sind, dass man darüber berichten muss, und zwar möglichst als Erster. Bücher wie der neue Rushdie oder Tom Wolfes "Ein ganzer Kerl" sind praktisch mit ihrem Erscheinen flächendeckend abrezensiert und damit in den Medien so schnell drin wie auch wieder draußen. Die Notwendigkeit zur Komplexitätsreduktion ist ja nicht nur für den armen kleinen Leser, sondern sie ist genauso für den Literaturredakteur gegeben. Die Zwänge, die dabei auf ihm lasten, sind denkbar literaturfern und haben mit Literaturkritik als vorgeblich autonomem Bereich überhaupt nichts zu tun.

Es geht ja nicht in erster Linie darum, zu argumentieren, dass dieses oder jenes Buch lesenswert ist, sondern darum, nachzuweisen, dass man am Puls der Zeit ist. Ich möchte diesen Mechanismus als den "Chefredakteurs-Effekt" bezeichnen - und gleichzeitig reinen Herzens beteuern, dass ich einer jener privilegierten Literaturredakteure bin, die unter diesem denkbar wenig zu leiden habe. Wer jemals einen schlechten Journalisten-Film gesehen hat, kennt die Szene in der der Chefredakteur ins Großraumbüro kommt, dem Ressortleiter das Konkurrenzblatt neben oder auf den mit schwarzem Kaffee gefüllten Pappbecher knallt und ihn anbrüllt: "Warum-haben-die-,was-wir-nicht-haben?"

Am leichtesten aus diesem selbstauferlegten Zwang ausbrechen können Medien, die viel Platz haben - also ohnehin sehr viel abdecken können. Die anderen orientieren sich an dem, was gleichsam vorgegeben ist: an großen Namen; runden Geburtstagen, aktuellen Anlässen wie Preisvergaben, Lesungen, Skandalen. So betrachtet ist ein gewisser Mainstream innerhalb des Journalismus tatsächlich eine Gefahr für die Literaturkritik. Wenn die "weichen Genres" - wie das Zeit-Literaturredakteur Ulrich Greiner einmal genannt hat -, überhandnehmen - also Interviews, Porträts, Features -, dann hat das harte Genre der klassischen Rezension immer weniger Chancen. Im Run um das erste oder gar ein Exklusiv-Gespräch mit dem Autor bleibt die Auseinandersetzung damit, ob das entsprechende Buch überhaupt etwas taugt, oft auf der Strecke. Peinliche Situationen entstehen für den Journalisten und für den Autor, wenn unter dem Aktualitätsdruck ein Gespräch vereinbart wurde, noch bevor derjenige, der es führt, das entsprechende Buch gelesen hat. Dann muss man sich zwischen den Zeilen und um ein klares Urteil herumreden; denn in der Regel will man ein Interview nur von einem Autor, der auch ein gutes Buch geschrieben hat. Wollte man die Sache wirklich seriös angehen, müsste man das Porträt oder das Interview und die Rezension strikt trennen, die beiden möglicherweise von verschiedenen Autoren schreiben lassen. Aber das ist aufwendig, der Platz ist knapp, und wenn die Besprechung gleichzeitig mit dem jeweiligen weichen Genre erscheint, läuft man Gefahr sich - wie's im Journalisten-Jargon dann heißt - die eigene G'schicht' abzuschießen.

Hinzu kommt noch, dass in vielen Fällen der redaktionsinterne Konkurrenzdruck den Literaturredakteur - so wie alle Mitbewerber auch - unter erheblichen Konkurrenzdruck setzt. Man muss etwas Spektakuläreres, Saftigeres zu bieten haben, als eine schlichte Rezension. Die ganz stupiden und vielfach selbst auferlegten Zwänge, die hier herrschen, möchte ich Ihnen anhand einer Anekdote aus dem heimischen Printjournalismus erzählen. Da schlug der mittlerweile längst wieder- unfreiwillig/freiwillig - abgegangene Literaturredakteur ein Interview mit Martin Amis vor, einem ziemlich populären englischen Autor, alles andere als ein Vertreter einer pusseligen Hofratswitwenprosa. Dennoch war der Herr leider in der Chefredaktion unbekannt. Kemma ned, brauchma ned. Kurz darauf erschien im damals noch existenten bunten Zeit-Magazin ein umfangreiches Porträt des Autors. Die Chefredaktion zeigte plötzlich doch Interesse. Das Interview fand statt. Als sich freilich herausstellte, dass es in diesem Gespräch hauptsächlich um Literatur ging, wurde es wieder aus dem Blatt gekippt.

Meine Damen und Herren, selbst wenn es sich nicht ganz so zugetragen haben sollte, ist die Anekdote zu gut, um nicht wahr zu sein. Ich hoffe, ich habe Sie, was die Möglichkeiten und Bedingungen von Literaturkritik in den Medien betrifft, hinlänglich ernüchtert. Da ich kein Defätist bin, glaube und weiß ich schon, dass man sich diesen Zwängen auch entziehen kann. Man muss es nur auch wollen. Über diese Möglichkeiten können wir uns ja, wenn Sie Lust haben, noch unterhalten. Ich möchte jedenfalls an dieser Stelle meinen Frontalunterricht abbrechen und danke Ihnen für Ihre Geduld.

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agn.pi-noe.ac.at 13. 4. 2001