ARBEITSGEMEINSCHAFT DER GERMANISTEN NÖ.
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5. Schiller-Gespräche / AG Tagung Deutsch
6. November 2000, Theater der Landeshauptstadt St. Pölten

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Ideal und Wirklichkeit. Der Mensch zwischen Freiheit und Zwang.


Abschließende Worte des Intendanten Peter Wolsdorff:


"Es ist allen bewußt, daß Werte vermittelt werden sollen. In der Vergangenheit hat man zu wenig Gewicht auf die Notwendigkeit einer Wertevermittlung gelegt. Das große Problem scheint aber nicht die Einsicht in diese Notwendigkeit zu sein, als vielmehr ihre Durchführung. Nach Goethes Motto: Das Was bedenke, mehr bedenke wie!

Und in unserem Fall ist es doch so, daß wir und ganz besonders Sie als Professionisten wissen, daß Gesetze der Moral nicht allein nur intellektuell weitervermittelt werden können. Es nützt ja gar nichts einem Jugendlichen zu sagen: "Du darfst das oder das nicht tun!" Das wäre vertane Liebesmüh'. Nein, man kann Werte nur über die Kunst - und hier im weitesten Sinne - nur durch die Kunst und einer künstlerischen Erziehung in die Seele des Menschen einbetten. Von der Seele aus kann dann der Verstand geleitet werden und den Menschen moralisch handeln lassen. Wir haben uns, wenn ich so sagen darf, Gedanken zu machen, wie wir mehr Kunst, Künstlerisches in den Unterricht bringen.

Als kleine Beispiele seien vielleicht erwähnt: Gemeinsames Singen, gemeinsames Gedichte-Vortragen, Theater-Spielen u. dgl. mehr, wobei Theater-Spielen ganz wesentlich für die seelische Entwicklung notwendig ist, da man doch neben sich praktisch die Person stellt, die man darzustellen hat - und so wechseln Gefühle, Stimmungen, moralisches Handeln von mir zu der zu spielenden Person und umgekehrt - daran wächst die Seele, kann sich "ernähren"!"

Peter Wolsdorff


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agn.pi-noe.ac.at 6. 1. 2001