| ARBEITSGEMEINSCHAFT DER GERMANISTEN NÖ. |
Schillergespräche - Ist das in der heutigen Zeit noch sinnvoll?Von Johannes Heuras *
Die 5.A-Klasse unternahm am Dienstag, dem 27. März 2001, eine Fahrt in Begleitung von Dr. Peter Bubenik eine Fahrt ins Theater der Landeshauptstadt St. Pölten zu den nun schon traditionellen Schillergesprächen. Dabei nahmen die Schülerinnen und Schüler mit einem eigens für den Schiller-Gespräche-Wettbewerb geschriebenen Theaterstück, das mit Dr. Bubenik, dem Deutschlehrer der 5A-Klasse, sorgfältig ausgearbeitet worden war, teil.Doch stellte sich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll sei, mit einer Klasse, die noch kein Werk von Schiller gelesen hat, diese Veranstaltung zu besuchen.
Im Nachhinein zeigte sich, dass diese Exkursion eine der lohnendsten der bisherigen Schullaufbahn war, und das nicht nur wegen des Gewinnes des 2. Platzes und des damit verbundenen Schecks über 5 000 Schilling und einer "Schillerbiographie", sondern vielmehr wegen des "Selbst-Miterlebens, durch das die Klasse in die Materie und die Thematik des Dichters Friedrich Schiller eingebunden wurde. Die Veranstaltung war für alle Schüler sehr eindrucksvoll, und bei den diversen Theaterstücken, die verschiedene Schülergruppen darboten, wurde das Wesen Schillers mit Nachdruck in die Köpfe und Herzen der Studenten gebracht, was zur Folge hatte, dass die gesamte 5.A-Klasse an diesem einen Tag mehr über einen Schriftsteller und echten Klassiker erfahren konnte, als man das in wochenlangen Deutschstunden hätte erlernen können.
Ein weiterer, wichtiger Aspekt, der für die Teilnahme in St. Pölten spricht, war die Diskussion über Ideal und Wirklichkeit, bei der nicht gelehrte und studierte Professoren auf der Bühne stundenlange Monologe gehalten haben, sondern die Schüler und Lehrer aller teilnehmenden Schulen selbst eingeladen waren, aktiv teilzunehmen. So machten sich die Schüler Gedanken über ein Thema, das sie sonst wohl nur am Rande beschäftigt, und auch die Schüler aus Seitenstetten nahmen an der offenen Diskussion mit einigen Wortmeldungen aktiv teil.
Alles in allem war die Fahrt zur Veranstaltung mehr als sinnvoll und die Klasse wünscht sich für die nächsten Schillergespräche, die das Kulturerbe "Friedrich Schiller" den Jugendlichen näher bringen, dass sie wieder derart interessant und jugendgerecht werden. Diese Veranstaltung zeigte auch, dass die jungen Menschen, die oft als Kunst- und Kulturbanausen dargestellt werden, doch sehr wohl im Stande sind, sich mit solchen Themen zu befassen und auseinander zu setzen. Für die Jugend ist es wichtig, dass die "Schiller-Gespräche" mit ihrem Wettbewerb auch wieder im nächsten Jahr stattfinden und dass wieder viele daran teilnehmen können.
* Johannes Heuras (15 J.) ist Schüler des Stiftsgymnasiums Seitenstetten.
Der Text ist im Rahmen einer Deutsch-Schularbeit entstanden.
| agn.pi-noe.ac.at | 17. 4. 2001 |