Konkrete Poesie

 

 
 

Die konkrete Poesie ist eine Richtung innerhalb der modernen Lyrik, welche die phonetische, visuelle und akustische Dimension der Sprache als literarisches Mittel verwendet. Diese Eigenschaften der Sprache werden durch die verschiedensten Techniken wie die Montage, Reihung, Variation, Wiederholung, die graphische Anordnung des Textes und das laute Lesen des Gedichts künstlerisch genützt. Die konkrete Poesie steht zum Teil in der Tradition des Futurismus und des Dadaismus der Zwanziger Jahre, z. B. bei Kurt Schwitters und Hans Arp.

Der engere Begriff „konkrete Poesie“ taucht etwa in der Mitte der Fünfziger Jahre des 20. Jahrhunderts in mehreren Ländern gleichzeitig auf.

Er bezeichnet eine Literatur, die sich nur noch auf ihre eigenen Mittel beziehen möchte: Wörter, einzelne Buchstaben und sogar bloße Satzzeichen werden aus dem festen Zusammenhang der Sprache herausgelöst und treten dem Betrachter „konkret“, das heißt für sich selbst stehend, gegenüber. Indem die Sprache als bloßes Material behandelt wird und jeweils in bildhaften „konstellationen“ (Begriff von Eugen Gomringer) auftaucht, wird sie auch internationalisiert. Das wird durch das folgende Beispiel deutlich: Man kann etwa die konkrete Verbildlichung des Wortes „Wind“ (auch ohne Kenntnis der Wortbedeutung!) allein durch die auf dem Blatt „verwehten“ Buchstaben verstehen.

Bei der konkreten Poesie handelt es sich also um eine eher stille, unaufgeregte, meditative Literatur, die sich ganz bewusst als Gegenpol zur sprachlichen Reizüberflutung der täglichen Umweltbedingungen versteht, denen der Mensch unserer Zeit ausgeliefert ist.

Die wichtigsten Vertreter dieser Literatur in Österreich sind vor allem Ernst Jandl sowie die Mitglieder der sogenannten Wiener Gruppe, darunter Oswald Wiener, Gerhard  Rühm und Friedrich Achleitner.

TEXTE

 

Eugen Gomringer: schweigen

schweigen schweigen schweigen
schweigen schweigen schweigen
schweigen                   schweigen
schweigen schweigen schweigen
schweigen schweigen schweigen

 

Friedrich Achleitner: unruhe

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Gedicht im Stil Ernst Jandls
Schülerarbeit BRG Spittal/Drau
(Waldner, Neidhart, Müller, Trattnig)

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