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Trümmerlyrik:
Lyrik der Zeit
unmittelbar nach 1945, auch als „Poesie des Kahlschlags“ (
Wolfgang Weyrauch ) bezeichnet. Die Autoren fordern einen völlig
schmucklosen Neubeginn in Sprache und Bilderwelt der Lyrik; die
Forderung wird aber nur teilweise erfüllt, z. B. in Günter Eichs
Gedicht „Inventur“.
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Naturlyrik:
In der seit den Dreißiger
Jahren bestehenden Tradition des naturmagischen Gedichts wird die Natur
(oft über die Mythologisierung) vom historischen und
gesellschaftlichen Bereich getrennt. Oft endet das in einer gedanklichen
Flucht in eine heilere Welt (= Eskapismus). Die moderne
Naturlyrik stellt eine rätselhafte Natur dar, die das menschliche Sein bedroht und
zugleich erfüllt. Wie kein anderes Thema prägt die
Darstellung der Natur die Lyrik der Fünfziger Jahre des 20.
Jahrhunderts.
Begründer
der modernen Naturlyrik:
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Wilhelm Lehmann
(1888 - 1968): „Der grüne
Gott“ (1942)
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Elisabeth Langgässer
(1889 – 1950): „Der Laubmann und die Rose“ (1947)
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Oskar Loerke
(1884 -1941): „Der Atem der Erde“ (1930), „Der Silberdistelwald“
(1934)
Die
wichtigsten Autoren nach 1945:
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Günter Eich
(1907 - 1972): „Botschaften des Regens" (1955)
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Karl Krolow
(1915 - 1999): „Die
Zeichen der Welt“ (1952)
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Peter Huchel
(1903 - 1981): „Chausseen, Chausseen“ (1963), „Die
Sternenreuse“ (1967), „Gezählte Tage“ (1972)
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Hermetische
Lyrik (zu "hermetisch" = fest verschlossen): Im
hermetischen Gedicht vollzieht der Autor die Lösung von allen herkömmlichen
Sprachstrukturen. Der lyrische Text verweist allein auf einen
Zusammenhang im Bewusstsein des Autors. Zentraler Begriff dieser Lyrik ist die Chiffre.
Vertreter:
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Ingeborg Bachmann (1926 – 1973): „Die
gestundete Zeit“ (1953), „Anrufung des großen Bären“ (1956)
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Gottfried Benn
(1896 – 1956): „Statische
Gedichte“ (1948)
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Paul Celan (eigentlich Paul Ancel; 1920 - 1970):
„Mohn und Gedächtnis“ (1952), „Die Niemandsrose“ (1963),
„Fadensonnen“ (1968)
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Rose Ausländer
( 1901 - 1988 ): „Blinder
Sommer“ (1965)
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Nelly Sachs
(1891 – 1970): „In den Wohnungen
des Todes“ (1947), „Sternenverdunkelung“ (1949)
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Politische
Lyrik: In den Sechziger Jahren wenden sich viele Autoren gegen jede
Art von Literatur, welche die Wirklichkeit nicht aufzeigt, sondern statt
dessen verschleiert. Das kann nun nach Auffassung dieser Schriftsteller
sowohl die eskapistische Form der Naturlyrik als auch die hermetische
Lyrik in der Tradition Gottfried Benns sein. Ein Gedicht schreiben muss
nun bedeuten, sich im Gedicht der Realität zu stellen.
Vertreter:
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Hans
Magnus Enzensberger (geb. 1929): „die verteidigung der wölfe
gegen die lämmer“ (1957), „landessprache“ (1960)
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Erich
Fried (1921 – 1988): „und Vietnam und“ (1966)
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„Liedermacher“:
Wolf Biermann, Franz Josef Degenhardt.
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Konkrete
Poesie: (zu lat. "konkret" = gegenständlich; Begriff v.
Eugen Gomringer). Das Sprachmaterial wird zu sogenannten „Konstellationen“
(= Gruppen von Wörtern) zusammengefügt, in denen sich die
bezeichnete Sache und das bezeichnende Wort wechselseitig ausdrücken.
Vorstufen der konkreten Poesie findet man z. B. bei Arno Holz und im
Dadaismus der Zwanziger Jahre.
Vertreter:
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Eugen Gomringer
(geb. 1925)
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Helmut Heißenbüttel
(geb. 1921)
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Ernst Jandl (1925 - 2000)
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Wiener Gruppe:
Gerhard Rühm, H. C. Artmann,
Friedrich Achleitner u. a.
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Alltagslyrik der Siebziger Jahre:
Gefordert war eine neue Natürlichkeit, ein
Abwerfen aller künstlich montierten Gesten und Hemmungen. Vorbilder
waren amerikanische Autoren wie Frank O'Hara, William Seward Burroughs
und Charles Bukowski. Das Gedicht sollte sich öffnen für die filmische
Montagetechnik, für die Produkte der Kulturindustrie, welche die
Alltagswelt prägten, für Pop und Werbung. Diese Strömung richtete
sich vor allem gegen die Sprachmagie der Nachkriegsdichtung
(Chiffrensprache) in der Nachfolge Gottfried Benns. Gegen sie (und
weniger gegen die politische Dichtung eines Erich Fried oder Hans Magnus
Enzensberger) setzte sich die Lyrik der Siebziger Jahre zur Wehr.
Vertreter:
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Nicolas Born
(1937 – 1979): „Marktlage“
(1967)
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Wolf Wondratschek (geb. 1943): „Das leichte
Lachen am Ohr des anderen“ (1976)
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Rolf Dieter Brinkmann
(1940 – 1975):
„Gras“ (1970), „Westwärts 1& 2“ (1975)
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Mag. Brigitte Poppernitsch (BRG Spittal / Drau)
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Vertiefung:
Trümmerlyrik, Naturlyrik, Hermetische Lyrik, Politische Lyrik,
Konkrete Poesie, Alltagslyrik der Siebziger Jahre
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