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| Als wesentlicher Vorteil von Bildzeichen
(Piktogrammen) erweist sich die Tatsache, daß eine Verständigung auch über
Sprachgrenzen hinweg möglich ist. Als Beispiel soll die Aufzeichnung eines Kriegszuges
der Ojibwa-Indianer gegen die Sioux im Jahre 1858 angeführt werden. Ohne die
Sprache dieses Indianerstammes zu beherrschen, kann man den Sinn der bildhaften
Darstellung annähernd erfassen. |
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Erläuterung: Die Ojibwa brachen von ihrem Lager (a) auf und marschierten geradewegs (h) auf den Gegner, die Sioux, zu. Deren Zelte (c) befanden sich hinter einer Baumreihe (i). Am Fluß (d) standen sich der Ojibwa-Häuptling (b) und der Häuptling der Sioux (e) gegenüber. Im Kampf fielen auch Krieger der Ojibwa (f). Von den getöteten Feinden nahmen sie einen Arm (g) als Trophäe mit. |
| Die Zeichen der spiralenförmig angeordneten Bilderschrift wurden mit Stempeln in die noch weiche Tonscheibe eingedrückt. Das beweisen die mehrfach wiederkehrenden Zeichen, die genau übereinstimmen - einer der ersten Rationalisierungsprozesse. |
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Hieroglyphen: griechisch hierós: heilig; glyphe: (in Stein) Geritztes |
| Prinzip:Die ägyptischen Hieroglypheninschriften bestehen aus zwei
grundlegenden Zeichenarten: aus Ideogrammen und Phonogrammen. Ideogramme (Begriffszeichen) stellen entweder das spezifische gezeichnete Objekt oder etwas nahe Verwandtes dar. So kann z. B. das Bild der Sonne Sonne" oder Tag" bedeuten. Phonogramme oder Lautzeichen werden ausschließlich wegen ihres Lautwertes benutzt und haben keinen Bezug zu dem Wort, das sie darstellen. Ein Bild kann nicht nur für das Objekt, sondern auch für ein Wort mit gleicher Lautung, aber unterschiedlicher Bedeutung stehen. Die Entwicklung dieses Prinzips machte es möglich, Eigennamen und abstrakte Begriffe zu schreiben. |
Formen: Schon in der Anfangszeit des Alten Königreiches (um 2755 v. Chr.) war eine kursive Schreibform entwickelt worden. Sie ersetzte die Hieroglyphen bei der großen Menge von Schreibarbeiten, die mit stumpfen Rohrfedern und Tinte auf Papyrus ausgeführt wurde. Diese Schreibform wird hieratisch (griech. heilig, Priester") genannt, da sie bis zum 7. Jahrhundert v. Chr. fast ausschließlich für religiöse Texte verwendet wurde. Alle anderen Textarten wurden in der demotischen Schrift (griech. volkstümlich, Volks-") geschrieben. Die Hieroglyphen blieben jedoch in ihrer klassischen Form - in Stein geschnitten und gemeißelt - v. a. wohl auch wegen ihres dekorativen Charakters erhalten. |
Die eingerahmten Wörter sind die sogenannten Königskartuschen. Sie waren der Schlüssel zur Entzifferung der Hieroglyphen. |
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| In der ägyptischen Kunst stehen Bild und Bildzeichen häufig nebeneinander. Es handelt sich um ergänzende, aber auch um erklärende Texte. Die Hieroglyphen des rechten Bildes fügen sich nahtlos in die Gesamtdarstellung. Der Text lautet: "Das Betrachten des Totenopfers, das das Königshaus gebracht hat: 1000 junge Rinder, Antilopen, Steinböcke, Gazellen, Gänse und Enten." Die Figuren rechts unten sind der Siegelbewahrer, der dem Grabherrn eine Liste der Totenopfer überreicht, und der "Vorsteher der Wohlgerüche", der Salben und Gewänder herbeiträgt. |
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Hieroglyphen aus der Zeit des Pharaos Hunefer (1303 -
1290 v. Chr.)
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