Die Entwicklung des Buchdrucks
Der Konflikt mit Johannes Fust
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sowie früher Drucke findet sich bereits im Internet, v. a. auf den Homepages großer
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dem Stichwort "Mediävistik"! |
"Unter dem Beistand des Höchsten, auf dessen Wunsch der Unmündigen Zungen beredt werden, und der oftmals den Kleinen offenbart, was er den Weisen verheimlicht, ist dieses Buch in der edlen Stadt Mainz aus der berühmten deutschen Nation, welche Gottes Güte mit so hohem Licht des Geistes und durch sein Gnadengeschenk den übrigen Nationen der Erde vorzuziehen und zu verherrlichen geruht hat, nicht durch des Rohres, des Griffels oder der Feder Hilfe, sondern durch der Patronen und Formen wunderbaren Zusammenhalt, durch ihr Verhältnis und Ebenmaß gedruckt und vollendet worden." Aus dem "Catholicon", 1460 |
Drei Jahre lang hat Gutenberg mit seinen Setzern und Druckern an der Bibel gearbeitet. Den
Text entnahm er einer handgeschriebenen Bibel, die er in einem Mainzer Kloster dazu
ausgewählt hatte. Einige Male mußte er andere Bibelhandschriften zum Textvergleich
heranziehen.
Für Gutenberg muß es ein Glück ohnegleichen gewesen sein, als er die Bibel nach dreijähriger Arbeit
makellos und vollendet in seinen Händen hielt. Parallel dazu hatte er versucht, durch die
Ausführung kleiner Arbeiten und Aufträge etwas Geld zu verdienen. Wahrscheinlich
hat er einige Donate hergestellt, lateinische Schulgrammatiken, die die Schüler bisher
abschreiben mußten. Und wir wissen, daß er kurz vor der Vollendung der Bibel in einer
kleinen Type einen Ablaß hergestellt hat. Hier war der ungeheuere
Vorteil der neuen Kunst besonders auffällig. Bisher hatte dieses Schriftstück mit der
Hand geschrieben werden müssen. Jetzt genügte, sobald der Text eimal gesetzt war, ein
Druck der Presse, und der ganze Ablaßbrief war "künstlich geschrieben". So
wurden diese von der Kirche bestellten Formulare die erste Großauflage des jungen
Buchdrucks.
Der Konflikt mit Johannes Fust
Der Druck der Bibel stand kurz vor der Vollendung, als Johannes Fust zum entscheidenden
Schlag ausholte. Er konnte dies wagen, denn er besaß einen guten Namen in der Stadt, und
die von Gutenberg unterzeichneten Verträge gaben ihm recht. So kam es zu der unseligen Gerichtsverhandlung
im Spätherbst des Jahres 1455. Die Klage Fusts lautete auf Rückgabe der geliehenen Summe
mit Zins und Zinseszinsen. Eine erhaltene Pergamenturkunde enthält alle Einzelheiten der
Klage. Fust hatte viele Zeugen mitgebracht, während Gutenberg nicht einmal erschienen
war. Von der Buchdruckerkunst oder der eben fertig gewordenen Bibel wurde in dem Prozeß
überhaupt nicht gesprochen. Gutenberg war für die Richter kein großer Erfinder, sondern
ein säumiger Schuldner, der jede Strafe verdiente. Der Urteilsspruch ist nicht erhalten,
Faktum für Gutenberg war jedoch, daß er seine Werkstatt und seine Bibel verloren hatte.
Gutenbergs Mitarbeiter Peter Schöffer hatte zudem Fusts Tochter Christine geheiratet und
war dadurch völlig in das andere Lager hinübergezogen worden. Fust und Schöffer legten
sich mit dem Erlös der Bibel und mit den von Gutenberg übernommenen Geräten eine
eigene Druckerei an, die zur Herstellung umfangreicher Bücher und zur schnellen
Erledigung großer Druckaufträge fährig war.
Verbannung und Rückkehr
Mit dem unglücklichen Ausgang des Prozesses war das Maß des Unheils für Gutenberg noch
nicht voll. In Mainz regierte Kurfürst Dieter von Isenburg, dem Graf Adolf von Nassau
seine Herrschaft streitig machen wollte. Nach langer Fehde kam es im Oktober 1462 zum
Krieg. Adolf von Nassau brach nachts mit seinen Soldaten in die Stadt ein, verbrannte die
Häuser und schickte achthundert Männer in die Verbannung, darunter
befand sich auch Johannes Gutenberg. Er hatte sein Hab und Gut zum zweiten Male verloren.
Als er nach einem Jahr wieder zurückkehrte, war er ein alter, gebrochener Mann.
Adolf von Nassau residierte in Eltville, eine knappe Schiffsstunde unterhalb von Mainz. Er
wollte in seiner Residenzstadt die neue Kunst des Bücherdruckens einführen, und es lag
daher wohl nahe, den Mann, der diese Kunst erfunden hatte, um Rat zu fragen. Eine Urkunde
aus dem Jahre 1465 berichtet, daß er besonderen Grund habe, Gutenberg dankbar zu sein.
Adolf von Nassau nahm Johannes Gutenberg in seinen Dienst, was bedeutete, daß er bis zu
seinem Lebensende alljährlich Kleidung, Brot und Wein erhalten sollte.
Als Gutenberg im Februar des Jahre 1468 starb, nahm die Welt keine Notiz von seinem Tode.
Wie seine Vorfahren und Verwandten ist er im Chor der Franziskanerkirche begraben worden,
die aber im 18. Jahrhundert einer anderen Kirche weichen mußte, die allerdings 1793
zerstört wurde. So ist das Grab Gutenbergs für immer verloren. Zeitgenössische
Darstellungen von Gutenberg sind nicht erhalten, so gibt es nur einen Kupferstich aus dem
Jahre 1584, das einen alten Mann mit einem langen, zweigeteilten Bart zeigt. Mit
Gutenbergs Tod war vorerst auch sein Name vergessen. In einigen Chroniken war noch zu
lesen, daß ein Junker Gutenberg in Mainz eine neue Kunst des Büchermachens erfunden
habe. Die Chronik von Köln aus dem Jahre 1499 brachte einen ausführlichen Bericht. Nun
begannen die Quellen zu schweigen; so wird es auch verständlich, weshalb in Mainz Johann
Schöffer behaupten konnte, daß sein Großvater Peter Schöffer der Erfinder des
Buchdrucks gewesen sei. Erst im Zeitalter der Aufklärung, nämlich im Jahre 1741, wies
der Göttinger Bibliothekar Johann David Köhler in einer Ehrenrettung Gutenbergs mit
Urkunden und Dokumenten überzeugend nach, daß allein Johannes Gutenberg die Ehre der
Erfindung des Buchdrucks zuzuschreiben ist.
| Johann Gensfleisch Gutenberg Gutenberg-Seite der Stadt Mainz / http://www.gutenberg.de/zeitgum.htm Die Seite enthält umfangreiche vertiefende Informationen zu Gutenberg und seiner Zeit:
Das Österreichlexikon "aeiou" enthält einen kurzen Artikel über die Gutenberg-Bibel,
von der sich ein Exemplar in der Österreichischen Nationalbibliothek befindet. |