DER AMERIKANISCHE BÜRGERKRIEG


Der Konflikt zwischen der Kaufmannsaristokratie des Nordostens, der Agrararistokratie des Südens und den Siedlern des Westens schlug sich erstmals in der Präsidentschaftswahl von 1824 nieder. Er entzündete sich überwiegend an der Frage der Sklaverei. Im 17. Jahrhundert waren nämlich ca. 25000 Schwarzafrikaner ins Land verschleppt worden. Die Sklaverei war zwar in allen Staaten erlaubt, aber aufgrund der hohen Nachfrage auf den Baumwollfeldern im Süden besonders verbreitet. Bereits gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde sie von den Staaten nördlich von Maryland verurteilt.

Der Kansas-Nebraska-Act (1854) teilte Nebraska und Kansas in zwei Territorien, wobei Nebraska dem Norden, Kansas dem Süden zugeteilt wurde. Die Einwohner erhielten die Möglichkeit, über die Sklaverei abzustimmen. Aus den nun folgenden bürgerkriegsähnlichen Zuständen in Kansas gingen die Gegner der Sklaverei geeint hervor und gründeten die Republikanische Partei unter der Führung Abraham Lincolns. 1860 gewannen die Republikaner mit ihrem Kandidaten, der sich für eine Kontrolle der Sklaverei durch den Kongreß stark gemacht hatte, die US-Präsidentenwahl. Unmittelbar darauf, am 20. Dezember 1860, trat South Carolina aus der Union aus. Nach und nach verließen die Staaten Mississippi, Florida, Alabama, Georgia, Louisiana, Texas, Virginia, Arkansas, North Carolina und Tennessee die Vereinigten Staaten und gründeten die Konföderierten Staaten von Amerika. Lincoln verurteilte den Austritt und rief zur Verteidigung der Union auf. Der nun folgende Bürgerkrieg endete 1865 mit der Kapitulation der Südstaaten. Bereits 1863 wurden auf Initiative Lincolns sämtliche Sklaven in den aufständischen Staaten für frei erklärt. Am 6. Dezember 1865 wurde die Sklaverei in der amerikanischen Verfassung abgeschafft.

Wenige Wochen, nachdem er zum zweitenmal zum Präsidenten der USA gewählt worden war, befürwortete Lincoln öffentlich ein begrenztes Wahlrecht für Schwarze in Louisiana. Diese Äußerung dürfte John Wilkes Booth, einen bekannten Schauspieler und Gegner des Präsidenten, so provoziert haben, daß er am 14. April 1865 im Ford’s Theatre in Washington ein Attentat auf Lincoln verübte, an dem der Präsident am folgenden Tag starb.

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