DIE GESCHICHTE DER BIBLIOTHEKEN

Ein kurzer Überblick

 

Altertum

Die beiden ältesten historisch bedeutsamen Bibliotheken dürften sich in Ägypten – um 1250 v. Chr. von Ramses II. gegründet - und in Assyrien befunden haben. Bei der zuletzt genannten handelt sich um die des assyrischen Königs Assurbanipal (669 – 627 v. Chr.), der als einer der wenigen Herrscher seiner Zeit des Lesens und Schreibens mächtig war. Er ließ eine umfangreiche Sammlung von Keilschrifttafeln zusammentragen. Die größte Bibliothek des Altertums war aber zweifelsohne die von Alexandria – angelegt im 3. Jahrhundert v. Chr. und mit ca. 900.000 Schriftrollen das wissenschaftliche Zentrum der hellenistischen Welt. Weitere Bibliotheken bestanden in Pergamon und in Ephesus.

Die Bibliothek von Alexandria

Eines der 7 Weltwunder der Antike, der Leuchtturm von Alexandria, und die größte Bibliothek des Altertums sind Mittelpunkt einer ägyptischen Webseite sowie einer Seite der UNESCO, die Mittel zum Bau einer modernen Bibliothek zur Verfügung stellt. Über die Stadt Alexandria kann man sich auf einer weiteren Webseite informieren.

Unser Hauptinteresse gilt Darstellungen der alten Bibliothek in Form von Bildern und 3D-Bildern sowie dem Computermodell der neuen Bibliothek.

Im Jahre 39 v. Chr. entstand die erste öffentliche Bibliothek in Rom. Als Rom im 4. Jhdt. n. Chr. an politischer Bedeutung verlor, übernahm Konstantinopel bis 1453, dem Jahr der Eroberung durch die Osmanen, die Pflege der antiken Tradition.

Mittelalter

Zentren mittelalterlicher Buchkunst sowie des Bibliothekswesens waren die Klöster. Die erste Klosterbibliothek dürfte Cassiodor 540 n. Chr. im süditalienischen Vivarium gegründet haben. Die erste Klosterbibliothek Deutschlands befand sich in Fulda.

Die Bibliotheken bestanden aus einer Schreibstube, in der handschriftliche Kopien von meist theologischen Schriften angefertigt wurden. Grundsätzlich unterschied man zwischen Pult- und Saalbibliotheken. In Pultbibliotheken wurden die Bücher auf den Schreibpulten aufbewahrt, in den Saalbibliotheken schützte man sie bereits durch Verwahren in Schränken.

Mit der Aufwärtsentwicklung des Universitätswesens setzte die Gründung von Universitätsbibliotheken ein. Die ersten Bibliotheken dieser Art entstanden an der Sorbonne in Paris (1257) und am Collegium Carolinum in Prag (1348).

Neuzeit

Durch die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg wurde die Buchproduktion angekurbelt, was in der Folge deutliche Auswirkungen auf die Bibliotheken hatte.

Johann Gensfleisch Gutenberg

Gutenberg-Seite der Stadt Mainz / http://www.gutenberg.de/zeitgum.htm
Die Seite enthält umfangreiche vertiefende Informationen zu Gutenberg und seiner Zeit:
  • Das 15. Jahrhundert in Zahlen
  • Gutenberg und seine Zeit in Zahlen
  • Gutenberg und Mainz

Das Österreichlexikon "aeiou" enthält einen kurzen Artikel über die Gutenberg-Bibel, von der sich ein Exemplar in der Österreichischen Nationalbibliothek befindet.

Darüber hinaus enthält das Litera-Tour-Programm eine umfangreiche Seite zu Gutenberg und zur Entstehung des Buchdruckes.


Die bedeutendsten Bibliotheken des 16. Jahrhunderts befanden sich in Rom und in Florenz. Die dortige Biblioteca Medicea Laurenziana machte die Buchbestände der Medici der Öffentlichkeit zugänglich. Schließlich sind aus dieser Zeit auch die Hofbibliotheken in Wien, München und Heidelberg zu erwähnen.

Die von Sir Thomas Bodley im 17. Jahrhundert in Oxford gegründete Bodleiana sollte zur Sammelstelle aller in England gedruckten Bücher werden. Je ein Exemplar war an die Bibliothek abzuliefern.

LINK SEITENSTETTENVon großer Bedeutung waren besonders in der Barockzeit Kloster- und Stiftsbibliotheken. Eine davon, die Stiftsbibliothek Seitenstetten (NÖ), soll als eines von vielen interessanten Beispielen vorgestellt werden.

 

Eines der bekanntesten Beispiele für eine weltliche Bibliothek des 18. und frühen 19. Jahrhunderts ist die Hofbibliothek (Herzogin Anna Amalia - Bibliothek) in Weimar, deren Leitung für einige Jahre Goethe übertragen worden war. Interessant ist, daß die Bibliothek schon immer der Öffentlichkeit zugänglich war. Sie ist mit rund 900.000 Bänden international gesehen zwar klein, besitzt jedoch mit ca. 13.000 Bänden die vermutlich umfangreichste "Faust"-Sammlung der Welt.

Während ab dem 18. Jahrhundert immer mehr Leihbibliotheken entstanden, die allen Bevölkerungsschichten Unterhaltungsliteratur zur Verfügung stellten, wurde die 1735 in Göttingen gegründete Universitätsbibliothek zum Vorbild der wissenschaftlichen Bibliotheken des 19. Jahrhunderts.

Das 20. Jahrhundert brachte in immer stärkerem Maße die im 19. Jahrhundert begonnene Spezialisierung, v. a. die Trennung in wissenschaftliche und öffentliche Bibliotheken. Die verschiedenen Bibliotheksformen der Gegenwart werden im allgemeinen Teil behandelt. Die größte Bibliothek der Welt ist die Kongreß-Bibliothek in Washington. Über das kleine Foto in der folgenden Kurzinformation  führt ein Link zu ihrer Homepage:

LINK zur Kongreß-Bibliothek WashingtonNext April, the Library of Congress, the nation's oldest federal cultural institution, will be 200 years old. Since its founding on April 24, 1800, the library has grown into the world's largest library, a treasure house of America's and the world's creativity. What started with fewer than a thousand books has now grown into a collection featuring more than 115 million items in all formats ...
Library of Congress, Homepage (1999)

 

BIBLIOTHEK WEIMAR BIBLIOTHEK WASHINGTON
Weimar
Herzogin Anna Amalia - Bibliothek
Washington
Library of Congress

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